„Safari? Dazu bin ich gar nicht gekommen…“ Die wunderbarsten Reisealternativen im östlichen und südlichen Afrika

„Ich war in Äthiopien…“

„Hast du auch wilde Tiere gesehen?“

„Ehh… Nein, es gibt fast keine wilden Tiere in Äthiopien. Beziehungsweise, es gibt genug anderes zu sehen.“

„Aber du warst doch in Afrika.“

„Ja und?“

Wir wissen, was alle, mit denen ich solche Dialoge führe, im Hinterkopf haben und doch in dem Moment aufgrund meines meist anklagenden Tonfalls nicht laut ausprechen: Der afrikanische Kontinent wird automatisch mit Safaris und wilden Tieren assoziiert- und leider in vielen Fällen auch nur darauf reduziert.

Ich habe immer wieder beobachtet, dass den meisten nicht klar ist, dass diese Region weit mehr zu bieten hat, als die Beobachtung von Löwen und Elefanten. Damit möchte ich nicht sagen, dass eine Safari keine großartige Erfahrung ist, sondern eine einseitige. Jedes Land hat neben den Nationalsparks weitere wunderbare Orte zu bieten, die es sich zu entdecken lohnt- Kultur und Natur haben im östlichen und südlichen Afrika Großartiges hervorgebracht. Aus diesem Grund möchte ich in diesem Beitrag die wunderbarsten Safari-Alternativen im südlichen und östlichen Afrika vorstellen. :)

Victoriafälle (Sambia/Simbabwe)

F_4vicDie Victoriafälle sind ein unglaubliches Naturwunder. Nicht umsonst treffen dort alle Reisenden des südlichen und östlichen Afrikas aufeinander, schon rein geografisch sind die Fälle ein Knotenpunkt. Wer dort nicht ein paar Tage einplant, hat etwas verpasst. Neben unglaublich interessanten Bekanntschaften, die ich dort gemacht habe, laden die Fälle zusätzlich zu ihrer Schönheit noch zu diversen Adrenalinaktivitäten wie beispielsweise Bungeejumping oder Rafting an. Nur ein kleiner Tipp am Rande: Man sollte definitiv nicht, so wie ich, in der Trockenzeit vorbeikommen- Die Victoriafällen haben fast ohne Wasser einen großen Teil ihrer Faszination eingebüßt.

Zum Bild: Die Wasserfälle von der simbabwischen Seite aus. Ausführlicher Beitrag hier.

Zanzibar (Tansania)

„Zanzibar is the island of Hakuna Matata.“ Mit diesem Satz wurden wir damals von unserem Taxifahrer begrüßt, der uns vom Flughafen ins Hotel brachte. Und auch wenn die Insel im Verhältnis zum Festland eher arm ist, beschreibt diese Aussage die eigene Urlaubszeit dort perfekt: Zanzibar bietet neben unzähligen Traumstränden, eine großartige kulinarische Vielfalt, die durch viele Meeresfrüchte und lokale Gewürze geprägt ist. Spannende Ausflugsziele sind beispielsweise ein Besuch auf der Schildkröteninsel Prison Island oder eine „Spice Tour“DSC06044 im Inselinnern. Auch Stone Town selbst, Zanzibars Hauptstadt, deren Stadtbild von indischen, arabischen und ostafrikanischen Einflüssen geprägt ist, ist ein einzigartiges Reiseziel.

 

Zum Bild: Eines der typischen Segelboote Zanzibars, aufgenommen am Strand in Nungwi

 

Kapstadt und Umgebung (Südafrika)

Kapstadt zählt zu den schönsten Stadten der Welt- und das zurecht! Die zweitgrößte Stadt Südafrikas steht locker in einer Reihe mit Weltstädten wie Rio, New York oder Sydney. Die Stadt selbst hat sowohl für Locals, als auch für Touristen unglaublich viel zu bieten- egal ob Sportfreak, Geschichtsbegeisterter, Naturliebhaber, Stadtmensch, Feinschmecker, Strandfaulenzer,  Rucksacktourist und/oder Partymensch, hier kommt jede/r auf seine/ihre Kosten :)

Die bunten Häsuer Bo KaapsVon Kapstadt aus kann man wunderbare Tagesausflüge in die nächste Umgebung machen. So kann man am rauen Kap der Guten Hoffung spüren, wie die Gewalten von zwei Ozeanen aufeinandertreffen und auf dem Weg dorthin am Boulders Beach Pinguine beobachten. In Stellenbosch kann man in einem der unzähliger Weingüter ein Winetasting machen und für zwei Tage lohnt es sich nach Hermanus zu fahren, um Wale zu beobachten.

Ausführlicher Beitrag zu Kapstadt hier und zum Kap der Guten Hoffung hier.

Zum Bild: Die berühmten bunten  Häuser Bo Kaaps.

Titelbild: Kapstadt bei Nacht, aufgenommen vom Signal Hill.

Danakil-Senke (Äthiopien)

Die Danakil-Senke in der Afarregion im Nordosten Äthiopiens liegt fast 125 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit einer der tiefsten Punkte der Erde. Aufgrund ihrer besonderen geografischen Lage kann an offenen Erdspaltenstehen die vulkanische Aktivität beobachtet werden. Die Senke ist gekennzeichnet durch riesige Ebenen, die mit bizarren Formen und Farben überzogen sind, über Jahrtausende entstanden durch Mineralien, die an die Oberfläche dringen. Die Afarregion ist ein Wüstengebiet, große Teile der Senke sind eine Salzwüste. Dort wird das weiße Gold abgebaut und in ewigen Kamelkarawanen über eine alte Handelsroute über den Norden Äthiopiens bis in den Sudan transpotiert.

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Zum Bild: Vulkan in der Danakil-Senke

Lake Malawi (Malawi/Mozambique)

Der Lake Malawi zählt zu den schönsten Seen des ganzes Kontinents. Mit seinem kristallklaren Wasser ist er ein Traum zum Schwimmen, Kanu fahren, Schnorcheln und sogar Tauchen: Der See bietet riesige und unterschiedlichste Fischbestände. Wer ein bisschen mehr Geld hat und einfach nur die Füße hochlegen möchte kann sich sich auch ein paar Tage in einer der Lodges direkt am See entspannen. D_1Malawi

Zum Bild: Sicht auf den Lake Malawi, malawische Seite.

Die Felsenkirchen von Lalibela (Äthiopien)

P1030344Im 12./13. Jahrhundert entstanden unter der Herrschaft von Kaiser Lalibela im nördlichen Hochland Äthiopiens elf Kirchen, die jeweils am Stück aus dem Fels herausgearbeitet wurden. Bis heute ist Lalibela einer der bedeutensten Orte des Christentums und eine Pilgerstadt für alle orthodoxen Christen in Äthiopien. Eine andächtige und mysteriöse Stimmung umfasst den heiligen Ort, an dem man neben den Kirchen an sich jahrhundertealte biblische Malereien und religöse Relikte bewundern kann. Der Eintrittspreis von saftigen 40 Euro ließ mich ließ mich lange zögern, letztlich habe ich es keine Sekunde bereut diesen einzigartigen Ort sehen zu können.

Zum Bild: Aufnahme der bekanntesten der elf Felsenkirchen „Bete Giyorgus“. Ausführlicher Beitrag hier.

Dünen der Namib (Namibia)

P1070762Die Namib ist die älteste Wüste der Welt und ihre Dünen formen unwirkliche, fast traumhafte Weiten, die durch den Wind in ständiger Veränderung stehen und trotzdem seit tausenden von Jahren unvergänglich sind. Die Namib zieht sich durch große Teile der Küstenregionen Namibias und umfasst die beliebtesten Ziele Reisender in diesem Land: die Dünen hinter Swakopmund, bei denen man beispielsweise Sandborden gehen kann, Sossusvlei mit seiner berühmten Düne 45 und die einsame Skelettencoast im Norden des Landes.

Zum Bild: Blick auf die Dünen bei Swakopmund. Ausführlicher Beitrag zu Swakopmund hier

Cederberge (Südafrika)

P1070989Die Cederberge an der Westküste Süafrikas sind ein wunderbares Fleckchen unberührter und menschenleerer Natur, einzigartig durch die bizarren Sandsteinformen und -farben. Das Gebiet ist ein absolutes Paradis für Wanderer und Kletterer und trotzdem nur spärlich besucht. Doch gerade die Einsamkeit in dieser unwirklichen Marslandschaft macht diesen Ort so einzigartig. Auch Sportmuffel kommen auf ihre Kosten, in verschiedenen Höhlen können Felsmalereien bewundert werden und auf Gütern werden Weinproben und andere lokale Produkte angeboten.

Zum Bild: Der „Arc“, eines der Wanderziele in den Cederbergen. Ausführlicher Beitrag hier.

 

Welche „Safarialternativen“ hast du in deine Reise eingebaut? Was sind deine persönlichen „Nicht-Safari-Highlights“? Muss immer eine Safari mit dabei sein?

Warst du auch schon an den oben vorgestellten Orten und was waren deine Erfahrungen?

Freue mich schon über eure Reiseeindrücke! :)

 

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13 Gedanken zu “„Safari? Dazu bin ich gar nicht gekommen…“ Die wunderbarsten Reisealternativen im östlichen und südlichen Afrika

  1. lieschenradieschenreist schreibt:

    Ich weiß genau was du meinst. Als meine Mama das erste Mal in Namibia war, konnte ich nicht glauben das sie in Afrika war und keine Löwen gesehen hat! Einfach unverstehlich. Nach mehreren Reisen ins südliche Afrika und in den Osten weiß ich es besser. Ja, Safaris sind super geil und ich will nicht die Aufbruchstimmung am Morgen und die Geschichten am Lagerfeuer abends, missen. Aber die Natur und die pulsierenden Städte sind auch ein Teil davon und mindestens genauso faszinierend. Afrika nur auf Safari zu reduzieren wäre viel zu leicht. :)

    Besonders toll fand ich übrigens deinen Tipp zum Vulkan. Das will ich auch mal mit eigenen Augen sehen.

    Liebe Grüße,

    Lynn

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    • chrissywo schreibt:

      Hey Lynn,
      da stimme ich dir auf jeden Fall zu, eine Safari ist ein besonderes Erlebnis! Ich habe leider nur allzuhäufig erlebt, dass andere Reisende auch nach mehreren Reisen wirklich nur die Safari gesehen haben und sonst nichts, was unglaublich schade ist. Deswegen ist mir der Beitrag auch so wichtig ;) In der Danakil-Senke war ich selbst leider noch nicht, aber ich habe schon so tolle Bilder gesehen und Berichte zu dieser wirklich einzigartigen Region gehört, dass ich dort auch umbedingt einmal hin muss!
      Liebe Grüße! :)

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  2. sommertage schreibt:

    Die Danakil-Senke sieht echt wahnsinnig spannend aus – hab mir grad dutzende google-fotos angeschaut :D
    In Afrika waren wir bisher „nur“ in Marokko, aber in Zukunft sollte man da dringend etwas tun ;-)
    LG, Romeo

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    • chrissywo schreibt:

      Die vorgestellten Orte zu googlen ist echt eine gute Idee! :) Ich habe mich jeweils für ein möglichst repräsentatives Bild entschieden – trotzdem kann die Schönheit und vor allem Vielfältigkeit damit natürlich nicht dargestellt werden. Mir sind selber fast die Augen aus dem Kopf gefallen, als ich manche Orte im Internet nochmal gesucht habe :D
      Im Marokko war ich jetzt noch nicht, aber ich stelle es mir als ein super spannendes Land vor! Mal sehen was sich da reisetechnisch machen lässt ;)
      Liebe Grüße, Chrissy

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  3. Wolfgang schreibt:

    Keine Ahnung, wer Afrika auf Safari reduziert (wobei Afrika ja nicht gleich Afrika ist…). Klar, es wird sicher genug Leute geben, die das machen …
    Ich war gerade das erste Mal dort und habe insofern auch erstmalig die ganzen wilden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum gesehen. Das war ziemlich eindrucksvoll. Aber dennoch war das nachhaltigste Erlebnis ganz sicher mein 5 tägiger Aufenthalt in 2 Himba-Dörfern im Norden Namibias …

    LG, Wolfgang

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    • chrissywo schreibt:

      Hallo Wolfgang,
      vielen Dank für deine Sicht! :)
      Wenn man sich umhört, was rückkehrende Reise von ihrem „Afrika-Urlaub“ erzählen, womit Reiseveranstalter für diese Region werben oder worüber die meisten Reiseblogs berichten, wird schnell klar, dass das östliche und südliche Afrika leider größtenteils auf Safari reduziert wird oder zumindest ein „Pflichtelement“ darstellt. Wenn man sich dem bewusst wird, zeigt sich schnell wie sich diese Vorstellung durch fast die gesamte Gesellschaft zieht.
      Ich kann gut verstehen, dass die Zeit mit Locals für dich viel eindrucksvoller war, wobei ich den Aufenthalt (auch wenn ich die genauen Hintergründe nicht kenne) in einem solchen Dorf allgemein als sehr problematisch einstufen würde.
      Liebe Grüße!

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  4. ItineraMagica schreibt:

    Wunderbare Bilder und schöne Ideen, danke!
    Aber ich glaube, dass auch Städte und Kulturorte sehenswert sind – zum Beispiel (das ist nur ein Beispiel, das ich kenne, aber dutzende andere gibt es natürlich!) die Felsendörfer der Dogons in Mali und die phantastische Holzarbeit & faszinierende Traditionen, die man dort erlebt. Wir vergessen viel zu oft, dass es auch Menschen und Kultur gibt – nicht nur Natur und Tiere, so wunderbar sie auch sind!

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    • chrissywo schreibt:

      Ich sehe auf jeden Fall deinen Kritikpunkt! Mir ist bewusst, dass mein Artikel mehr natur- als kulturlastig ist. Es gibt in der Region auf jeden Fall weitere wunderbare historische und kulturelle Stätten (z.B. das „Great Zimbabwe“ in Zentralsimbabwe, das Apartheidsmuseum in Johannesburg, das „Kilwa Kisiwani“, eine mittelalterliche Ruinenstadt an der Südküste Tansanias oder weitere bedeutende Stätten in Äthiopien). Ich habe von all diesen spannenden Orten gehört, war aber leider selbst nicht dort, bzw. kenne niemanden persönlich, der/die dort war. Aus diesem Grund fande ich es problematisch darüber zu schreiben. Von den Felsendörfern in Mali habe ich auch schon viel gehört, für Westafrika gilt allerdings dasselbe: Ich war noch nie dort, also kann ich schlecht darüber berichten. Deswegen habe ich mich extra auf das östliche und südliche Afrika fokussiert. Insgesamt hast du aber Recht: Wir sollten unseren Fokus auf mehr auf die Menschen und ihre Geschichte und Kultur richten- denn das macht ein Land erst richtig individuell und spannend!

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  5. Stefanie Schwarz schreibt:

    Sehr interessanter Artikel, ich trau mich jetzt gar nicht sagen, dass ich jetzt erst mal zwei Jahre lang für eine Ostafrika-Reise spare, weil ja, öhm, Safaris so teuer sind ;)
    Bin aber auf jeden Fall gespannt, was die Region sonst noch an Kultur und Landschaften zu bieten hat und werde deine Tipps sicher miteinbeziehen! :)
    LG Steffi

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    • chrissywo schreibt:

      Danke! :) Ich sage in kleinster Weise, dass man nicht auf Safari gehen soll- Ich habe selbst eine in Namibia gemacht. Problematisch finde ich nur die Reduzierung darauf und die damit verknüpfte Stereotypisierug „Afrikas“. Nichtsdestotrotz sind die Landschaften und die Tiere in den Nationalparks natürlich wunderschön. Aber als kleiner Tipp, damit du nicht noch zwei Jahre sparen musst ;) : such dir eher unbekannte Nationalparks aus- bei der Serengeti oder dem Norogorokrater beispielsweise (beides Tansania) zahlt man vor allem für den Namen- Die Tiere sehen aber überall gleich aus ;) oder alles selbst vor Ort organisieren- dann hat man auch eher die Chance noch etwas anderes zu sehen (z.B. Städte). Ich wünsche dir auf jeden Fall eine ganz tolle Reise dann! :) hast du schon ein favorisiertes Land?
      Liebe Grüße! :)

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  6. Florian schreibt:

    Erstmal Widerspruch: Äthiopien ist zwar keine bekannte Safari-Destination, aber man kann auch hier alle „Big 5“ sehen.

    Trotzdem stimme ich Dir 100% zu: Wer wegen einer Safari nach Äthiopien geht, verpasst das Beste! ;)

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    • chrissywo schreibt:

      Hallo Florian,
      erstmal als Hinweis: Ich habe an keiner Stelle geschrieben, dass es keine Tiere in Äthiopien gibt- Denn die gibt es natürlich. Und das gilt auch für alle anderen Länder, die ich in dem Beitrag erwähnt habe. Aber ich habe im Eingangszitat Äthiopien verwendet, weil man dort -seinen wir mal ehrlich- eben keine klassische Safari mit den „Big Five“ machen kann: Elefanten zum Beispiel gibt es nurnoch im Babile Nationalpark im Osten des Landes, Nashörner dagegen nurnoch (wenn überhaupt) im Grenzgebiet zu Kenia. Wer sein Safaritraum erfüllen will muss also ganzschön im Land herumspringen und die Tiere an völlig unterschiedlichen Ecken irgendwie zusammensuchen. Aber wir sind uns ja auch einig, dass man Äthiopien aufgrund der Kultur, der Geschichte und den Landschaften bereist. ;) Darum gehts ja: Können wir dieses zwanghafte Tierebeobachten mal hinten anstellen? Es gibt so viel mehr!
      Liebe Grüße! :)

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